|
|
Zusammenfassung -
Publikationen
Zusammenfassung: Dieses Projekt des österreichischen Forschungsprogrammes "Kulturlandschaft" befasst sich mit den aktuellen Entwicklungen der Landnutzung im ländlichen Raum, insbesondere mit den Rückzugstendenzen der Landwirtschaft aus der flächendeckenden Bewirtschaftung. Anhand eines Untersuchungsraumes, der Österreich, Süddeutschland und die nordöstliche Schweiz umfasst, wurde ein statistisches Screening für die Landkreise (D) bzw. Bezirke (A, CH) vorgenommen, um die sozioökonomische Situation der offenen Landschaft und die entscheidenden Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung der Kulturlandschaft zu erforschen. Auf die quantitative Analyse folgt eine qualitative Expertenbefragung mit einer modifizierten Delphi-Methode. Dazu dienten acht für diesen Zweck in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählte Regionen aus dem Projektraum. Zur Auswahl kamen sechs Bezirke in Österreich (Feldbach/Fürstenfeld, Gänserndorf, Zwettl, Ried im Innkreis/Braunau am Inn), vier Landkreise in Süd-Bayern (Altötting/Mühldorf am Inn, Dachau/Aichach-Friedberg), der Landkreis Ravensburg im südöstlichen Baden-Württemberg und der Kanton Thurgau auf der Schweizer Seite des Bodensees. Im Jahr 2002 wurde die Delphi-Befragung mit Online- und Papierfragebogen durchgeführt. In der Delphi-Befragung wurden fast 1.200 ExpertInnen angesprochen, von denen im ersten Durchgang 38% (445 Personen) und im abschließenden Durchgang 28% (323 Personen) teilnahmen. Die TeilnehmerInnen kamen aus der Landnutzung, Politik und Verwaltung, Bildung und Forschung sowie Planung. Etwa die Hälfte der Antworten kam aus Österreich, die andere Hälfte aus den anderen Ländern des Projektraumes. Der umfangreiche Frageebogen bezog sich auf generelle Trends und auf Fragen zum Befinden und zu den Zukunftsaussichten in den Regionen. Die Ergebnisse können in mehrfacher Weise ausgewertet werden: Die übliche Form besteht aus einer univariaten Auswertung mit Häufigkeits- und Mittelwerten, darüberhinaus sind multivariate Auswertungen zur Stützung von Thesen (Szenarien, Leitbilder) möglich. Bei etlichen Fragen sind Aufbrüche nach Ländern bzw. Regionen (z.B. EU-Raum, CH) oder nach Teilnehmergruppen (z.B. Landwirte, Nichtlandwirte) von Interesse. Mit den zahlreichen Wortmeldungen zu den offenen Fragen liegen zudem Informationen zu Hintergründen, Motiven und Vorschlägen vor. Ein großes Interesse galt der Überlegung, inwieweit die ländlichen Regionen als selbstbestimmte Entitäten auf Systemveränderungen (z.B. EU-Agrarpolitik, gesellschaftlicher Wertewandel) zu reagieren imstande sind. Ferner sollten gewohnte Denkmuster auf ihre Zukunftstauglichkeit überprüft werden. Letztlich wurden damit Langfristszenarien der Kulturlandschaftsentwicklung und Gestaltungsmöglichkeiten für die Regionen entworfen. Szenarien für 2012: Aus den Ergebnissen und zahlreichen Kommentaren zur 1. Runde der Delphi-Umfrage entwickelten wir Landschaftsszenarien. In der 2. Runde stellten wir Fragen zu jenen Szenarien, die uns besonders interessant schienen. Für diese Szenarien gingen wir von der Annahme aus, dass die Fördermittel für die Landwirtschaft in Mitteleuropa in den nächsten Jahren drastisch eingeschränkt werden.
|