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Projektraum - Regionsauswahl - Regionenkarte - Regionsanalyse
1. Auswählen von Bezirken
Für die Analyse werden Bezirke und Landkreise des Projektraumes ausgewählt,
für die die offene Landschaft charakteristisch ist. Die zukünftige Entwicklung
soll nicht durch bestehenden Siedlungsdruck oder hohe Abwanderungsraten
absehbar sein. Die verfügbaren statistischen Daten legen folgende Kriterien
zur Auswahl von Bezirken/Landkreisen nahe:
Kriterium 1: Die Landwirtschaft charakterisiert die Landschaft
des Bezirks/Landkreises.
Kriterium 2: Die Landwirtschaft ist im Bezirk/Landkreis ein gesellschaftspolitischer
Faktor.
Kriterium 3: Die Landwirtschaft scheint im Bezirk/Landkreis persistent.
Die statistischen Grenzwerte wurden so gewählt, daß eine ausreichende
Zahl von Bezirken in den Untersuchungsräumen für die Analyse zur Verfügung
steht:
Zu Kriterium 1: Die landwirtschaftliche Fläche des Bezirks beträgt
mindestens 40 % seiner Gesamtfläche.
Zu Kriterium 2: Auf 1000 Einwohner entfallen mindestens 10 landwirtschaftliche
Betriebe.
Zu Kriterium 3: In den vergangenen rund 10 Jahren wurden weniger
als 30 % der landwirtschaftlichen Betriebe aufgegeben.
2. Differenzieren von Bezirken
Die Zahl der Bezirke/Landkreise aus dem ersten Auswahlschritt wurde durch
einen Differenzierungsschritt weiter reduziert. Folgende Thesen wurden
zur Differenzierung der Bezirke/Landkreise verwendet:
These 1: Wenn Tourismus bisher keine bedeutende Rolle gespielt
hat, wird er auch in absehbarer Zeit keine Alternative zur Landwirtschaft
darstellen.
These 2: Die Ausstattung landwirtschaftlicher Betriebe mit landwirtschaftlicher
Fläche ist ein Indikator für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.
Die statistischen Grenzwerte wurden so gewählt, daß Bezirke mit ähnlichen
Charakteristika zu vergleichbaren Einheiten zusammengefaßt werden konnten:
Zu These 1: Die Bettendichte weist in den vier Ländern unterschiedliche
statistische Charakteristika auf. Dies wird auf regionale Unterschiede
und unterschiedliche Erhebungsmethoden zurückgeführt. Infolgedessen wurde
der Grenzwert relativ zum länderspezifischen Median gesetzt.
Zu These 2: Für die Ausstattung landwirtschaftlicher Betriebe mit
landwirtschaftlichen Flächen gilt das für die Bettendichte festgestellte.
3. Zusammenfassen zu Regionen
Die verfügbaren Planunterlagen legen folgende Kriterien für das
Zusammenfassen von Regionen nahe:
Kriterium 1: Landschaftliche Einheiten begünstigen eine einheitliche
Entwicklung von Regionen.
Kriterium 2: Die unterschiedliche Größe administrativer Einheiten
in den vier Ländern legt nahe, sich an den großen Einheiten der deutschen
Landkreise zu orientieren.
Zu Kriterium 1: Bezirke wurden innerhalb von charakteristischen
Landschaftsräumen zusammengefaßt.
Zu Kriterium 2: Angrenzende Bezirke mit ähnlichen Charakteristika
wurden zu Einheiten von rund 1000 bis 1500 km2 zusammengefasst.
Folgende Regionen werden zur weiteren Analyse herangezogen:
| Länder |
Regionen |
Landschaft |
Fläche in km2 |
| Baden-Württemberg |
Ravensburg |
Alpenvorland |
1632
|
| Bayern |
Aichach-Friedberg, Dachau |
Unterbayer. Hügelland |
1360
|
| |
Mühldorf a. Inn, Altötting |
Inn/Isar Schotterplatte |
1374
|
| Österreich |
Braunau, Ried/Innkreis |
Alpenvorland, Innviertel |
1625
|
| |
Zwettl |
Waldviertel |
1399
|
| |
Gänserndorf |
Wiener Becken |
1271
|
| |
Feldbach, Fürstenfeld |
Hügelland |
991
|
| Schweiz |
Thurgau |
Alpenvorland |
793
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4. Beschreibung in Hinblick auf die Modellierung
Für den Ländervergleich wurden die Kennwerte der ausgewählten Regionen
typisiert:
| Kennwerte |
sehr gering
|
gering
|
typisch
|
hoch
|
sehr hoch
|
| Anteil an landwirtschaftlichen Fläche in % der Gesamtfläche |
.
|
< 40
|
40 - 50
|
> 50
|
.
|
| Dichte landwirtschaftlicher Betriebe in Betriebe je 1000 Einwohner |
< 10
|
10 - 15
|
16 - 25
|
26 - 30
|
> 30
|
| Größe der landwirtschaftlichen Betriebe in ha je Betrieb |
< 10
|
10 - 15
|
16 - 20
|
21 - 25
|
> 25
|
| Aufgabe von landwirtschaftlichen Betrieben in % der Betriebe seit
1991 |
.
|
< 20
|
20 - 30
|
>30
|
.
|
| Bevölkerungsdichte in Einwohner je km2 |
.
|
< 100
|
100 - 200
|
> 200
|
.
|
| Bettendichte in Betten je 1000 Einwohner |
< 10
|
10 - 30
|
31 - 100
|
101 - 200
|
> 200
|

Im folgenden werden Regionen beschrieben, die in Hinblick auf die Modellierung
interessant scheinen: Es können Regionen aus ähnlichen Landschaftsräumen,
deren gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen unterschiedliche sind,
miteinander verglichen werden (Ravensburg oder Sigmaringen mit dem Thurgau,
Innviertel mit Freyung-Grafenau, Dachau mit Gänserndorf). Es kann über
die Zukunft von Regionen spekuliert werden, deren statistischen Daten
eine unsichere Zukunft der Landwirtschaft ohne sichtbare wirtschaftliche
Alternativen erkennen lassen (Zwettl, oststeirisches Hügelland).
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Baden-Württemberg

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LW-Flächenanteil steigt in Freiburg und Tübingen gegen
Osten (von 30-40% in Freiburg auf 57% im östlichen Tübingen. Die Ausstattung
der Betriebe mit landwirtschaftlicher Fläche ist im Osten (mehr als
20 ha/Betrieb) ebenfalls höher als im Westen (weniger als 20 ha/Betrieb).
Rückzugsraten aus der LW meist 20-40%
Geringe Betriebsdichte (Median = 12 Betriebe/1000 EW, in den Auswahlregionen
knapp über dem Medianwert).
Die Besiedlung ist mit rund 200 Einwohnern/km2 relativ hoch, die Bevölkerung
nahm seit 1991 überall leicht zu. |
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Bayern

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Der Anteil landwirtschaftlicher Flächen ist nur im Süden
und Nordosten relativ gering (< 30%), wo auch die Einwohnerdichte
relativ niedrig ist (meist unter 100 EW/km2) und die Bettendichten
sehr hoch (> 200 Betten/1000 EW). Insgesamt hat die Bevölkerung in
den letzten 10 Jahren überall leicht zugenommen. Die Rückzugsraten
der LW sind im Vergleich zu Baden-Württemberg wesentlich geringer
(Median -20%), die LW-Betriebsdichte wesentlich höher (Median = 18
Betriebe/1000 EW) |
| Aichach-Friedberg, Dachau |
Sehr große Betriebe (25 bzw. 29 ha/Betrieb)
Geringe Betriebsdichte (16 bzw. 10 Betriebe/1000 EW),
Typische Rückzugsrate der LW (-25 bzw. -23%) |
| Mühldorf, Altötting |
Große Betriebe (21 bzw. 20 ha/Betrieb)
Typische Agrarbetriebsdichte (23 bzw. 14 Betriebe/100 EW), geringe
(für Bayern durchschnittliche) Agrarrückzugsrate (-20 bzw. -19%) |
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Österreich

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Da keine Vorauswahl von Regionen getroffen wurde, wie
in Deutschland und der Schweiz, streuen die statistischen Werte mehr
als in den Untersuchungsgebieten in Deutschland und in der Schweiz.
Anteil LW-Fläche 6-70%, Median = 40%
Hohe Betriebsdichten (37 Betriebe/1000 EW)
Sehr kleine Betriebe in den ausgewählten Regionen (7-30 ha/Betrieb)
Rückzugsraten unterschiedlich (8-50%)
EW-Dichte meist gering (< 100 EW/km2), leichte Bevölkerungszuwächse
außer in den Grenzregionen im Südosten und Norden und Mur/Mürz-Furche
Höchste Bettendichten (Median= 80 Betten/1000 EW) |
| Braunau/Ried |
Großer LW-Flächenanteil (54 bzw. 68%)
Sehr hohe (für Österreich typ. Betriebsdichte (37 bzw. 40 Betriebe/1000
EW)
Typische Rückzugsraten (27 bzw. 26%)
Tyische. Betriebsgrößen (16 bzw. 17 ha/Betrieb) |
| Zwettl |
Tyischer. Anteil LW-Fläche (42%)
Sehr hohe Betriebsdichte (84 Betriebe/1000 EW)
Typisch. Betriebsausstattung (15 ha/Betrieb)
Geringe Rückzugsrate (19%)
Geringe Bevölkerungsdichte (33/km2)
Abwanderung (-0,67 in einem Jahr) |
| Gänserndorf |
Großer Anteil an LW-Fläche (68%)
Sehr hohe (Typ. Österr.)
Betriebsdichte (34 Betriebe/1000 EW)
Sehr große Betriebe (29 ha/Betrieb)
Hohe Rückzugsrate (30%)
Geringe Bevölkerungsdichte (69/km2)
Rel. starke Zunahme (8% seit 91) |
| Feldbach, Fürstenfeld |
Anteil an LW-Flächen typisch (Fürstenfeld 45%)
bis hoch (Feldbach 54%)
Sehr hohe (typ. österr.) Betriebsdichte (93 bzw. 67 Betriebe/1000
EW)
Sehr kleine Betriebe (6 bzw. 8 ha/Betrieb)
Geringe (Feldbach 19%) bis typische (Fürstenfeld 24%) Rückzugsrate
aus der LW
Geringe Bevölkerungsdichte (93 bzw. 87 EW/km2) mit Abwanderungstendenz
Typische (Feldbach 65) bis hohe (Fürstenfeld 139) Bettendichte
(Betten/1000 EW) |
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Schweiz

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Anteil LW-Fläche, zwischen 12 und 74%
Geringe Agrarbetriebsdichte (Median = 14 Betriebe/1000 EW)
Relativ kleine Betriebe (10-20 ha)
EW-Dichte meist sehr hoch (über 200 EW/km2), leichter Bevölkerungszuwachs,
außer in Glarus und Appenzell A.
Bettendichten sehr gering (4-48 Betten/1000 EW)
Rückzug der LW relativ niedrig (Median = 19% seit 91) |
| Thurgau |
Großer Anteil LW-Fläche (62%)
Hohe Einwohnerdichte (262 EW/km2)
Typ. Betriebsdichte (17/1000 EW)
Kleine (für die Schweiz typische) Betriebe (14 ha/Betrieb)
Geringe (für die Schweiz typische) Rückzugsrate (19 %) |
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